Salmonella Bovismorbificans in Sprossen

Grenzüberschreitender Ausbruch Sommer 2014 – Analyse von Isolaten per FTIR-Spektroskopie

Ein Bericht aus unserem Laboralltag

Dr. Helene Oberreuter, Dr. Jörg Rau

 

Ende Juli 2014 wurde in Südwestdeutschland ein Salmonellose-Ausbruch mit mindestens 63 Erkrankten beobachtet. Auch in der Schweiz kam es in den Folgewochen zu mindestens 23 weiteren Erkrankungen. Durch die Zusammenarbeit der jeweiligen Gesundheitsämter, dem Landesgesundheitsamt und den Lebensmittelüberwachungsbehörden konnten als Ausbruchsursache mit Salmonellaenterica ssp. enterica Serovar Bovismorbificans kontaminierte Sprossen identifiziert werden, die in mehreren Restaurants zur Dekoration von frischen Salaten verwendet worden waren. Im Zentrallabor für Erkrankungsproben am CVUA Stuttgart wurden die ursächlichen Bakterien aus den Lebensmitteln isoliert und zusätzlich zu den Standardmethoden per MALDI-TOF Massenspektrometrie sowie der Fourier-Transformations Infrarot (FTIR) Spektroskopie näher untersucht und verglichen.

 

In einem Posterbeitrag zum 16. VAAM/DGHM Fachsymposium Lebensmittelmikrobiologie in Stuttgart wurde der hilfreiche Einsatz dieser spektroskopischen Techniken gezeigt. Der spektroskopische Abgleich zwischen Human- und Sprossenisolaten bestätigte sowohl die anhand der Verzehrsanamnesen bereits vermuteten Sprossen als Infektionsquelle als auch eine von Knoblauch et al. 2015 durchgeführte PFGE-Typisierung [Knoblauch AM et al., 2015. Swiss Med Wkly 145:w14182].

 

Wie in der Vergangenheit bereits demonstriert, eignet sich insbesondere die FTIR-Spektroskopie gut für einen schnellen Abgleich unterschiedlicher Bakterien-Isolate im Fall eines lebensmittelbedingten Erkrankungsausbruchs. Wiederholte mit Sprossen in Verbindung gebrachte Erkrankungsausbrüche weisen darauf hin, dass Sämlinge häufiger mit pathogenen Keimen kontaminiert sind.

 

Abbildung: Vorschaubild des Posterbeitrags.

 

Download des Posterbeitrags als PDF-Datei

 

Weitere Informationen

 

Artikel drucken      Teilen: Facebook. Twitter. LinkedIn. Teilen per E-Mail.

 

Bericht erschienen am 15.11.2016 12:22:01