Gentechnik in Lebensmitteln - Aktueller Befund bei Basmatireis

Bisher nicht näher identifizierbarer gentechnisch veränderter Reis in Basmati-Reis nachgewiesen

BasmatireisDas CVUA Freiburg hat nun auch in Basmati-Reis Spuren von gentechnisch verändertem (GV) Reis nachgewiesen. Betroffen ist eine Charge eines Produktes indischer Herkunft, es handelt sich um Spuren in der Größenordnung unter 0,1 Prozent.

 

Zwei Proben dieser Charge wurden positiv auf GV-Reis getestet, alle weiteren aktuell untersuchten 17 Proben mit weiteren Chargen dieses Produktes sowie von Basmati Reis verschiedener anderer Hersteller ergaben negative Befunde.

 

Die genaue Identifizierung ist derzeit nicht möglich. Da in Indien wie beispielsweise auch in China eine erhebliche Anzahl verschiedener GV-Reissorten entwickelt werden und nur wenig Informationen verfügbar sind, dürfte die Identifizierung schwierig werden.

 

Bei Basmati-Reis handelt es sich um einen am Fuße des Himalya in Indien und Pakistan angebauten Duftreis. Nur bestimmte zugelassene Sorten dürfen für den Anbau verwendet werden.

 

 

Hintergrund und bisherige Ergebnisse

Gentechnisch veränderter Reis ist in der EU generell, d.h. auch in Spuren, nicht zugelassen und darf daher hier nicht vermarktet werden.

 

Im Jahr 2006 wurde erstmals gentechnisch veränderter Reis in der EU nachgewiesen. Im Herbst 2006 wurde in US-Langkornreis flächendeckend, d.h. in einem erheblichen Anteil der ware Spuren der gv-Reislinie LL601 nachgewiesen.

 

Im selben Jahr wurden auch erstmals Befunde von GV-Reis in Reisnudeln chinesischer Herkunft berichtet. Nachgewiesen wurde die Linie Bt63, die auch auch in China nach wie vor nicht zugelassen ist.

 

Während sich das Geschehen um LL601 in US-Langkornreis - auch im Zuge von strengen Einfuhrkontrollen - rasch beruhigte, wurden Spuren von GV-Reis auch in den Folgejahren regelmäßig in Reisnudeln aus China nachgewiesen.

 

Im Jahr 2010 wurde mit KeFeng6 eine weitere GV-Reislinie in chinesischen Reisnudeln festgestellt.

 

 

Untersuchung von Reiserzeugnissen auf gentechnische Veränderungen 2006-2012

 

In Baden-Württemberg wurden von 2006 bis 2011 insgesamt 848 Proben von Reis und Reiserzeugnissen auf gentechnische Veränderungen untersucht, davon waren 39 Proben positiv.

 

Darunter waren 118 Proben von Reisnudel-Erzeugnissen chinesischer Herkunft, 8 Proben ergeben beim Nachweis auf gentechnische Veränderungen (Bt63 bzw. KeFeng6) positive Befunde.

 

Untersuchung von Reiserzeugnissen aus China auf gentechnische Veränderungen

 

Aufgrund der nicht abnehmenden Zahl positiver Befunde hat die EU-Kommission Ende 2011 eine generelle Vorführ- und Untersuchungspflicht für Importe von Reis und Reiserzeugnissen aus China festgelegt (Durchführungsbeschluss 2011/884/EU).

 

Mit Basmati-Reis ist nun erstmals ein Erzeugnis, das offensichtlich außerhalb Chinas angebaut worden ist, auffällig bezüglich gentechnischer Veränderungen geworden. Im europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) wurden seit November 2011 neben dem baden-württembergischen Befund insgesamt lediglich 5 weitere Fälle von unzulässigen GVO in Basmati-Reis gemeldet (1 aus Luxemburg, 3 aus Frankreich und 1 aus Deutschland).

 

Die aktuellen Befunde von bislang nicht identifizierten gentechnisch veränderten Reislinien in Reisprodukten (Basmati-Reis) aus anderen Ursprungs- bzw. Herkunftsländern als China haben das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bewogen, einen "Leitfaden für die Probenahme und die Untersuchung zum Nachweis gentechnischer Veränderungen in Reis" zu veröffentlichen.

 

 

Weitere Informationen

GV-Reis_Untersuchungsergebnisse der Lebensmittelüberwachung in Deutschland (BVL)

 

Informationsplattform Transgen

 

Durchführungsbeschluss der Kommission vom 22. Dezember 2011 über Sofortmaßnahmen hinsichtlich nicht zugelassenem genetisch verändertem Reis in Reiserzeugnissen mit Ursprung in China und zur Aufhebung der Entscheidung 2008/289/EG (2011/884/EU)

 

Leitfaden für die Probenahme und die Untersuchung zum Nachweis gentechnischer Veränderungen in Reis

 

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Autor(en): Hans-Ulrich Waiblinger (CVUA Freiburg)

 

Bericht erschienen am 04.05.2012 10:20:15