Dioxine in Futtermitteln und Lebensmitteln - Fragen und Antworten
Die Experten des CVUA Freiburg nehmen zu aktuellen Fragen rund um das Thema Dioxine Stellung

1. Können Verbraucher denn noch ohne Bedenken zum Frühstücksei greifen? Was droht, wenn sie ein dioxin-belastetes Ei essen?
Die langjährigen Untersuchungen von Hühnereiern zeigen, dass die weitaus meisten Proben Gehalte an Dioxinen und dioxinähnlichen PCB unterhalb der in der EU gültigen zulässigen Höchstmengen oder Auslösewerten aufweisen und daher unbedenklich sind. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hat als Zentrallabor der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg in den letzten Jahren dazu folgende Untersuchungen durchgeführt:
| Jahr | Anzahl untersuchter Proben | Anzahl Proben über Höchstmenge | Anzahl Proben über Auslösewert, aber unter Höchstmenge |
|---|---|---|---|
| 2007 | 115 | 4 | 12 |
| 2008 | 113 | 11 | 3 |
| 2009 | 100 | 5 | 2 |
| 2010 | 99 | 1 | 1 |
Der Verzehr einer Probe, die die zulässige Höchstmenge überschreitet, bedeutet keine akute Gefährdung. Die langfristige Aufnahme höherer Dioxin-Gehalte soll jedoch aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes vermieden werden. Der vorbeugende Verbraucherschutz berücksichtigt dabei außer akuten auch verschiedenste andere toxikologische Effekte.
Kurzinfo Grenzwerte
Die EU hat 2001 zur Verminderung der Exposition gegenüber Dioxinen eine Strategie entwickelt, die Höchstmengen für Lebensmitteln und Futtermitteln zur rechtlich einwandfreien Beurteilung der Verkehrsfähigkeit und Auslösewerte zur „Frühwarnung“ umfassen.
2. Was kann man Verbrauchern raten? Sollten die Eier vielleicht besser direkt beim Bauern als im Supermarkt gekauft werden?
Erhöhte Gehalte von Dioxinen oder dioxinähnlichen Verbindungen in Eiern können verschiedenste Ursachen haben. Im allgemeinen lassen sich diese Ursachen auf Aufnahmen über Futtermittel oder durch Picken in (möglicherweise belasteten) Böden und Aufnahme von Bodenpartikeln zurückführen. Daher kommt es darauf an, diese Möglichkeiten auszuschließen.
3. Wenn Tiere dioxin-belastetes Futter gegessen haben, können sie dann noch genesen bzw. werden ihre Produkte (Eier) irgendwann wieder unbedenklich für die Verbraucher?
Dioxine sind langlebige (persistente) Kontaminanten, die sich in Fettgeweben anreichern. Die Ausscheidung erfolgt bei Tieren über fetthaltige Lebensmittel wie Milch oder Eiern und über den Kot. Die Ausscheidungsraten hängen von der Anfangsbelastung ab und können sich über mehrere Wochen oder Monate hinziehen. Je höher die Ausgangsbelastung ist, um so länger kann es dauern, bis die Dioxingehalte in den zum Verzehr vorgesehenen Lebensmitteln (Eier und Fleisch bei Geflügel) nicht mehr die zulässigen Höchstmengen überschreiten.
Lesen Sie weitere Informationen zum Thema:
Informationen zu Dioxinen und Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre aus Baden-Württemberg finden Sie in unserem Internetportal unter:
- Dioxine und dioxinähnliche Verbindungen
- Allgemeine Hintergrundinformationen zu Dioxinen und PCB
- Statusbericht zu Dioxinen in Eiern
- Dioxine in Eiern - auch „bio" nur gering belastet (Bericht vom 12.05.2010)
und unter Infomaterial > Jahresberichte im Kapitel Dioxine
- in den Berichten der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg sowie
- in den Berichten des CVUA Freiburg, das in Baden-Württemberg als Zentrallabor die Untersuchungen auf Dioxine und dioxinähnliche Verbindungen in Lebensmitteln und Futtermitteln durchführt.
- Dioxine in Futtermitteln
Zur Situation in Baden-Württemberg informiert das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
- Aktuelle Hintergrundinformationen zu Dioxin und zur Lebens- und Futtermittelkontrolle in Deutschland
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat auf seiner Homepage Verbraucherinformationen der zuständigen Länderministerien und Informationen zu Lebens- und Futtermittelkontrolle in Deutschland zusammengestellt.
- Informationen zur Herkunft von Eiern für Endverbraucher
Die Herkunft von Eiern lässt sich anhand der auf den Eiern aufgedruckten Eierkennzeichnung ermitteln. Die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume hat Informationen zur Eierkennzeichnung zusammengestellt.
- Wenn Sie wissen möchten, aus welchem Betrieb Ihr gekauftes Ei stammt, erfahren Sie dies im Portal "Was-steht-auf-dem-Ei?".
- Dioxin- und PCB-Einträge in Lebensmittel vermeiden
Ein Leitfaden für Geflügel-, Rinder-, Schaf- und Schweinehalter
Bildnachweis
Angelina Ströbel, www.pixelio.de, Image-ID: 398443